Ein Biographie-Projekt

Die Albert Steffen-Stiftung plant die Herausgabe einer dreibändigen Biographie über das Leben Albert Steffens.

Kurzbeschreibung des Projekts:
1. Band: 1884-1920
2. Band: 1920-1935
3. Band: 1935-1963
– Verfasser: Dr. Klaus Hartmann, Moers (DE)
– Erscheinungsdatum: 1. Band Anfang 2018, die beiden weiteren bis ca. 2021

Detaillierte Projektdarstellung:
«Seine Feder ist eine der wenigen ganz verantwortlichen und reinen, ich möchte nichts versäumen, was aus ihr hervorgeht». (Rainer Maria Rilke über Albert Steffen)

Ähnliche Wertschätzungen finden sich auch bei anderen prominenten Zeitgenossen des Schweizer Dichters Albert Steffen. Als Steffen 23 Jahre alt war, wurde sein Erstlingsroman «Ott, Alois und Werelsche» bei S. Fischer in Berlin veröffentlicht; das war auch damals schon das beste, was einem jungen Literaten geschehen konnte. Steffens erste Romane ernteten denn auch durchweg anerkennende Kritiken – oder zumindest solche, die das Potential des Unbekannten aus der Schweizer Provinz als ernstzunehmend hinstellten.
Später, als Steffen sich zur Geisteswissenschaft Rudolf Steiners bekannte, ja nach dessen Tod gar erster Vorsitzender der Anthroposophischen Gesellschaft wurde, wurde es still um den vormals gelobten Dichter – obwohl dieser bis an sein Lebensende ungemein produktiv war und über 70 Bücher aller Literaturgattungen veröffentlichte.
Steffen war aber keineswegs auf den anthroposophischen Umkreis beschränkt, sondern stand zeit seines Lebens mit bekannten und bedeutenden Persönlichkeiten der Schweizer und internationalen Kulturwelt in Verbindung; ersichtlich wird dies u. a. durch die im Januar 2017 erschienene, von Rudolf Bind im Auftrag der Albert Steffen-Stiftung herausgegebene Auswahl von Steffens umfangreichem Briefwechsel: Darin finden sich u. a. Briefe von Rilke, Hesse, Marianne v. Werefkin, Albert Schweitzer.
Der Stiftungsrat der Albert Steffen-Stiftung hat sich nun entschlossen, das sehr umfangreiche Projekt einer umfassenden Biographie Albert Steffens anzugehen. Das Motiv hierfür ist die Überzeugung, dass es die Persönlichkeit Steffens in ihrer Unkonventionalität und unbedingten Freigeistigkeit verdient, gewürdigt und einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht zu werden.
Schon der junge Steffen, der sich in den Kreisen der künstlerischen Avantgarde Berlins und Münchens, aber auch in denen der Anthroposophen aufhielt, zeigt sich als einer, der existentielle Fragen ans Leben stellte und die Antworten darauf selber finden wollte; im Erfasstwerden vom Strudel des Lebens, im Versuch, sich darin auf eigene Art zu finden und zu halten, im immer neuen Zweifeln, im Verwerfen selbstgefundener Lebensprinzipien und im Erstellen immer neuer Lebenshaltungen spricht sich eine kraftvolle, sich keiner Autorität unterwerfende Seele aus, deren Ungebundenheit und Konsequenz, deren ehrliche Betrachtung der eigenen Abgründe dem heutigen Leser in vieler Hinsicht beispielhaft und hilfreich in der Lebensorientierung sein können.
In der heutigen Verunsicherung über den Weiterbestand vertrauter Lebens- und Arbeitsformen kann eine Gestalt wie die Albert Steffens Richtlinien geben.
Sein – sprachlich sehr kraftvoll geformtes – Werk bezieht sich in jeweils wechselnden Facetten und schier unerschöpflicher Themenvielfalt auf die Frage des Überlebens der freien, selbstbestimmten Persönlichkeit des Menschen der Gegenwart, der sich nicht als Zufallsprodukt einer ihm fremden Natur betrachtet, sondern um seinen Zusammenhang mit dem, «was die Welt im Innersten zusammenhält», weiss.

Auftrag an Dr. Klaus Hartmann
Die Albert Steffen-Stiftung hat den Philosophen und Germanisten Dr. Klaus Hartmann (Moers/Niederrhein), der sich durch eine Anzahl von Veröffentlichungen, darunter auch einer Biographie, profiliert hat, mit der Erstellung der Biographie Steffens beauftragt. Dr. Hartmann hat im September 2015 mit der Arbeit begonnen; die Forschungen an der ersten Lebensepoche sind so weit vorgeschritten, dass ein diese beschreibender erster Band voraussichtlich Anfang 2018 erscheinen kann.
Zwar hat Albert Steffen an vielen Stellen seines Werkes wunderbar poetische Erinnerungen aus Kindheit und Jugend veröffentlicht (siehe z. B. «Buch der Rückschau») oder solche in Romanen verarbeitet (z. B. «Aus Georg Archibalds Lebenslauf und nachgelassenen Schriften»), doch existiert bis heute keine zusammenhängende Darstellung seines Lebenslaufes.
Das liegt vor allem daran, dass dieser Lebenslauf reich und von grosser Produktivität und Vielseitigkeit war – die Fülle des vorhandenen Materials ist schier unerschöpflich. Ausser den 70 veröffentlichten Büchern, den fast wöchentlichen Aufsätzen in der Zeitschrift «Das Goetheanum» aus 42 Jahren, Regalmetern von Briefen, Vorstandskorrespondenz und einem malerischen Werk von über 1 200 Bildern und Zeichnungen existieren mehr als 15 000 Seiten eines Tagebuchs, das Albert Steffen von 1906 bis zu seinem Tod regelmässig geführt hat. Bisher wurden nur themenbezogene Auszüge aus diesem Tagebuch veröffentlicht bzw. auf Anfragen zur Verfügung gestellt; im Rahmen der Biographie-Erstellung wird das Tagebuch neu aufgearbeitet werden.
Von Seiten der Stiftung wurden im Lauf der Jahre zahlreiche Arbeiten zu einzelnen Lebensabschnitten und -motiven Steffens veröffentlicht; der nun angestrebte gesamthafte Blick lässt naturgemäss neue Aufgabenstellungen und Sichtweisen erstehen.

Finanzierung:
Die Albert Steffen-Stiftung ist nicht in der Lage, dieses grosse Projekt aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Budgetiert sind dafür 320 000 CHF, die aus Spenden verschiedener Stiftungen und von Privatpersonen aufgebracht werden sollen.
Wenn Sie die Möglichkeit haben, etwas beizutragen zu diesem Projekt, sind wir sehr froh!
Bankverbindung Schweiz: Albert Steffen-Stiftung CH64 0900 0000 6077 2290 9
Bankverbindung Deutschland: Albert Steffen-Stiftung DE78 6839 0000 0001 4115 86
Auch für Hinweise auf mögliche Unterstützer sind wir dankbar!
info@albert-steffen.ch, Tel.: 0041 61 7013911