Ein Biographie-Projekt

Die Albert Steffen-Stiftung plant die Herausgabe einer dreibändigen Biographie über das Leben Albert Steffens.

Kurzbeschreibung des Projekts:
1. Band: 1884-1920
2. Band: 1920-1935
3. Band: 1935-1963
– Verfasser: Dr. Klaus Hartmann, Moers (DE)
– Erscheinungsdatum: 1. Band Anfang 2018, die beiden weiteren bis ca. 2021


Detaillierte Projektdarstellung:
Zwar hat Albert Steffen an vielen Stellen seines Werkes wunderbar poetische Erinnerungen aus Kindheit und Jugend veröffentlicht (siehe z. B. «Buch der Rückschau») oder solche in Romanen verarbeitet (z. B. «Aus Georg Archibalds Lebenslauf und nachgelassenen Schriften»), doch existiert bis heute keine zusammenhängende Darstellung seines Lebenslaufes.
Das liegt vor allem daran, dass dieser Lebenslauf sehr reich und von grosser Produktivität und Vielseitigkeit war – die Fülle des vorhandenen Materials ist schier unerschöpflich. Ausser den 70 veröffentlichten Büchern, den fast wöchentlichen «Goetheanum»–Aufsätzen aus 42 Jahren, Regalmetern von Briefen, Vorstandskorrespondenz und einem malerischen Werk von über 1200 Bildern und Zeichnungen existieren mehr als 15 000 Seiten eines Tagebuchs, das Albert Steffen von 1906 bis zu seinem Tod regelmässig geführt hat. Bisher wurden nur themenbezogene Auszüge aus diesem Tagebuch veröffentlicht bzw. auf Anfragen zur Verfügung gestellt.
Der Stiftungsrat der Albert Steffen-Stiftung ist nun zu dem Schluss gekommen, dass es an der Zeit ist, die Herausgabe einer Biographie und damit auch unveröffentlichter Dokumente anzustreben, die z. T. neues Licht auf verschiedenen Ereignisse des anthroposophischen Gesellschaftslebens werfen könnten.
Gleichzeitig ist das Anliegen, Albert Steffen vom Ruch des Sektendichters und Illustrators steinerscher Forschungsergebnisse zu befreien.
Schon der junge Steffen, der sich in den Kreisen der künstlerischen Avantgarde Berlins und Münchens, aber auch in denen der Anthroposophen aufhielt, zeigt sich als einer, der existentielle Fragen ans Leben stellte und die Antworten darauf selber finden wollte; im Erfasstwerden vom Strudel des Lebens, im Versuch, sich darin auf eigene Art zu finden und zu halten, im immer neuen Zweifeln, im Verwerfen selbstgefundener Lebensprinzipien und im Erstellen immer neuer Lebenshaltungen spricht sich eine kraftvolle, sich keiner Autorität unterwerfende Seele aus, deren Ungebundenheit und Konsequenz, deren ehrliche Betrachtung der eigenen Abgründe dem heutigen Leser in vieler Hinsicht beispielhaft und hilfreich in der Lebensorientierung sein können.
Im Auftrag des Stiftungsrats arbeitet seit Herbst 2015 der freischaffende Philosoph und Anthroposoph Dr. Klaus Hartmann an der Erstellung der Steffen-Biographie.
Die Arbeit am ersten Band ist so weit vorgeschritten, dass dieser voraussichtlich Anfang 2018 erscheinen kann.
Im Verlauf der nächsten 3-4 Jahre sollen dann die beiden Folgebände fertig werden; bei diesen ist es den Stiftungsverantwortlichen wichtig, dass Steffen nicht auf seine schwierige Tätigkeit als Vorsitzender der Anthroposophischen Gesellschaft reduziert wird.
Steffens Selbstverständnis war das des Dichters; vielfach hat er darauf hingewiesen, dass die Kunst nicht zur Verbrämung des wirklichen Lebens da sei, sondern dass das Leben in der Kunst eine höhere Wirklichkeit erfahre, – und dass umgekehrt die Kunst, in diesem Fall die Dichtung, wirklichkeitsbildend sei, Wandlungen im Schicksalslauf des Lebens bewirken könne.
Steffens Dichtungen stehen immer im Zusammenhang mit der Zeit- und Kulturgeschichte; auch dem anthroposophischen Leben wollte er in seinem Schaffen neue Impulse geben. Dies Ansinnen wurde oftmals belächelt oder als Hochmut zurückgewiesen; doch erlebten viele Menschen die imaginative Kraft v. a. der steffenschen Dramen, mit denen er gezielt Impulse ins Geistesleben pflanzen wollte.
Es liegt in der Sache, dass den Gesellschaftskonflikten der Zeit von 1925-1935 ein breiter Platz eingeräumt werden muss; bisher unveröffentlichte Tagebuchstellen werden hier Steffens Haltung dokumentieren.
Der dritte Band, der sich der Kriegs- und Nachkriegszeit sowie den Altersjahren widmet, wird zum einen thematisch den langwierigen und nie gelösten Nachlass-Konflikt behandeln, zum anderen einen Überblick über das künstlerisch sehr produktive letzte Lebensdrittel geben.

Finanzierung:
Die Albert Steffen-Stiftung ist nicht in der Lage, dieses grosse Projekt aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Budgetiert sind dafür 320 000 CHF, die aus Spenden verschiedener Stiftungen und von Privatpersonen aufgebracht werden sollen.
Wenn Sie die Möglichkeit haben, etwas beizutragen zu diesem Projekt, sind wir sehr froh!
Bankverbindung Schweiz: Albert Steffen-Stiftung CH64 0900 0000 6077 2290 9
Bankverbindung Deutschland: Albert Steffen-Stiftung DE78 6839 0000 0001 4115 86
Auch für Hinweise auf mögliche Unterstützer sind wir dankbar!
info@albert-steffen.ch, Tel.: 0041 61 7013911